GOREGANIC 19. - 31. Juli 2025
Galerie der Fabrik e.V. Worms Vernissage am 19.Juli 19:00 mit Aaron Siegfried Aaron Siegfried, 1996 in Worms geboren, entwirft mit GOREGANIC eine Ausstellung, in der die organische Welt einen alternativen Weg der Evolution eingeschlagen hat. Seine Artefakte, Pflanzen und Tiere deuten mit Haut, Knochen und Zähnen auf eine feindliche Haltung gegenüber dem Menschen hin, der im Streben nach Besitz selbst mutiert ist. Während der Designer gewöhnlich das rational gestaltete, funktionale Artefakt entwirft, bilden die Arbeiten Aaron Siegfrieds eine künstlerische Antithese zum konventionellen Designprozess. Sie stellen unser Verhältnis als Mensch zur Schöpfung in Frage. Künstlerbiografie: GOREGANIC entwirft eine alternative Realität, in der sich Artefakte wie Pflanzen und Tiere durch natürlichen Selektionsdruck formen und eine organisch-lebendige Erscheinung annehmen. Aaron Siegfried, geboren 1996 in der Worms, widmete sich bereits in seiner frühen Kindheit dem Zeichnen und der Malerei. Besonders die Darstellung von Traktoren, Automobilen und anderem technischen Gerät, faszinierten schon im Kindesalter und prägten eine spezielle Art der Wahrnehmung. Die Schulzeit an der Freien Waldorfschule Frankenthal intensivierte und förderte diese Faszination und addierte eine handwerkliche Komponente in Form verschiedenster Schulfächer die den Umgang und die Bearbeitung von Holz, Stein und Metall forderten. Ein Grund, weswegen auf das Abitur nicht nur zahlreiche handwerkliche Tätigkeiten, wie beispielsweise die Arbeit bei einem Edelstahl-Sonderbau Betrieb folgten, sondern ebenfalls ein Studium im Industriedesign. Während als Designer das rational gestaltete, funktionale Artefakt entworfen wird, so bilden die aus diesem Werdegang entstandenen künstlerischen Arbeiten eine gewisse Antithese zum konventionellen Entstehen der Dinge im Entwurf und diskutieren ebenfalls unser Verhältnis als Mensch zum Objekt. Artefakte, von Menschen geschaffene Gegenstände, entwickelten sich seit den ersten Werkzeugen durch gezielte Selektion zunehmend zu künstlichen Objekten. Artefakte von Menschenhand hergestellte Gegenstände im Unterschied zu natürlichen Objekten. Seit der Verwendung der ersten Faustkeile vor ca. 2,6 Millionen Jahren nutzt und entwickelt die Menschheit ihre eigenen Werkzeuge und prägt schrittweise den Begriff des Artefakts: einen Gegenstand, der so weit von seinem natürlichen Ursprung entfernt ist, dass er als ganz und gar künstlich wahrgenommen wird. Das Objekt in Menschenhand unterlag also einer Art künstlichem Evolutionsdruck und wurde manuell selektiert, bis sich die Formen der Dinge, die uns nun umgeben, herauskristallisiert haben. GOREGANIC stellt sich eine konträre Realität vor, in welcher sich Objekte wie auch Flora und Fauna durch natürlichen Selektionsdruck formten und sich ihre Erscheinung entsprechend lebendiger darstellt. Haut, Knochen, Fleisch, Stacheln und Zähne zeichnen diese Gattung der Artefakte aus. Ihr Äußeres lässt neben dem natürlichen Wachstum ausserdem auf eine gewisse Feindseligkeit gegenüber ihren menschlichen Urhebern schliessen. Symbolisch steht diese Aversion für die Herrschaft des Objekts über den menschlichen Geist eine Herrschaft, die sich durch unseren fortschreitenden Konsum materieller Waren und dem Bedürfnis, immer mehr zu besitzen, manifestiert. Wir unterwerfen uns dem Artefakt und schränken unser Leben ein, um es zu besitzen; wir sehen uns nur in unserem Erfolg, Wirken und Leben bestätigt, wenn uns die entsprechenden Objekte umgeben, die uns ein Zeugnis für das von uns Erreichte ausstellen. Während wir die Dinge also nach unseren Vorstellungen erschaffen haben, um uns zu Diensten zu sein, werden sie in dieser Vision zu einer Art Geisel unseres Seins.
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