Landschsftsportraits

Kürbishof

Kürbishof in Herrnsheim Öl auf Leinwand 2016

Das Gemälde zeigt einen einladenden Hof, der durch ein sanftes Herbstlicht zum Leuchten gebracht wird. Der Blick des Betrachters wird über das historisch anmutende Kopfsteinpflaster tief in den Hof hinein zu einem hölzernen Scheunentor geführt. Es herrscht eine tiefe, fast meditative Stille. Man meint, die kühle Morgenluft zu fühlen und das leise Rascheln der Blätter zu hören und das Schnauben der Pferde im Stall. Es ist ein Ort der Souveränität weit weg vom Lärm der Welt – ein echtes Refugium der Ernte im Lichtspiel die Architektur. 

Die Komposition wird durch die prachtvolle Reihe von Kürbissen in allen Formen und Farben – von tiefem Orange bis zu hellem Beige – am Wegesrand gerahmt. Sie wirken wie die farbenfrohen Wächter des Hofes und unterstreichen das Thema der Fülle und Dankbarkeit am Ende des Sommers.

Das typische „Goldene Herbst-Licht“ Rheinhessens fällt weich durch das noch dichte, grüne Blätterdach der Bäume und erzeugt ein Spiel aus hellen Reflexionen auf dem Boden und sanften Schatten an den ockerfarbenen Hauswänden. Die warmen Gelbtöne der Fassaden, das satte Petrol-Grün des Tores auf der linken Seite und die zarten, hellblauen Fensterläden rechts bilden einen harmonischen Dreiklang. Die Rankpflanzen, die sich an der Wand hochziehen, verleihen der Szene eine lebendige, organische Textur. Der Stil kombiniert eine feine Beobachtungsgabe für Licht mit einer fast poetischen Detailverliebtheit bei den natürlichen Elementen.

Der «Kürbishof» ist für mich ein Bild, das weit über die Leinwand hinausgeht – ein Stimmungsbild aus Farbe, Musik und Geschichte. Dass dieser Hof zum Bauer Gemeiner in Herrnsheim gehört, gibt dem Gemälde eine tiefere, poetische Ebene den wir machen auch Musik. Die Geige und die Gitarre erzählen von der Freiheit, die wir von Generation zu Generation weitergeben. Wenn die «1848er Lieder» und das „Sechs Studenten“-Lied (das ja vom Hambacher Fest 1832 und der Sehnsucht nach Freiheit erzählt) erklingt, dann wird dieser Hof zum lebendigen Ort der Demokratie. Das Gemälde fängt genau die Stille zwischen den Strophen ein. Das Licht auf dem Kopfsteinpflaster wirkt wie der Nachhall dieser Melodien. Und - während die Kürbisse im Herbstlicht leuchten, bilden die Instrumente die „Resonanz“ dieses Ortes.

 

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