Das Bild „Detroit“ fängt einen hochsensiblen Moment der Zeitgeschichte ein, der untrennbar mit der Lebensgeschichte von Darnell Stephen Summers verbunden ist.
Das großformatige Acrylgemälde basiert auf einer Fotografie von Darnell Stephen Summers. Es thematisiert seine Welt in Inkster, Detroit, die Summers’ Leben als Aktivist und Zielscheibe der US-Justiz über Jahrzehnte prägten.
Bildbeschreibung
Die Komposition ist von einer flächigen, fast bühnenartigen Räumlichkeit geprägt. In einem kargen, in warmen Orange- und Gelbtönen gehaltenen Raum vollzieht sich eine beklemmende Szene:
Die Akteure, zwei Männer in Uniform knien über einer am Boden liegenden Person. Einer scheint Hilfe zu leisten oder den Puls zu prüfen, während der andere mit erhobenem Arm eine Geste der Anweisung oder des Einhaltgebietens macht oder sich nur am Türrahmen abstüzt. Das Licht scheint von oben wie ein Scheinwerfer auf die Szenerie zu fallen, was den Eindruck einer dokumentierten, fast künstlich arrangierten Situation verstärkt. Es ist eine Inszenierung: die Figuren wirken wie Darsteller auf einer Bühne. Das Paradoxon besteht nun darin das diese ihre Rolle perfekt spielen, ohne Regie anweisung ... allein nur durch die Tatsache das eine Kamera anwesend ist. Während die Körperhaltung der knieenden Personen Hilfsbereitschaft suggeriert, vermittelt die Information, dass die Person bereits tot war, eine bittere Ironie. Die Szene wirkt wie für eine Kamera inszeniert, um eine Geschichte von Rettung oder rechtmäßigem Handeln zu erzählen, die der Realität nicht standhält.
"Für mich als Maler bleibt das Werk eine Mahnung vor Manipulation der Wahrheit und anan die Unbeugsamkeit gegenüber einem System, das versucht, Aktivismus durch Kriminalisierung zu brechen."
Interessant im Kontext des Gemäldes ist, dass diese Phase der frühen 90er Jahre – also kurz nach der Entstehung von "Detroit" (1990) – eine besonders produktive Zeit für Summers als Filmemacher markierte, in der er begann, seine aktivistischen Themen verstärkt filmisch umzusetzen. |